Weiterbildung für die Energiebranche: Sicherheit, Effizienz und nachhaltiges Management
Energieversorger stellen hohe Anforderungen an Fach- und Führungskräfte, um eine sichere und effiziente Versorgung sowie den nachhaltigen Betrieb von Energieanlagen zu gewährleisten. Dabei sind die Themen Anlagentechnik, Energie- und Umweltmanagement, Brandschutz und Arbeitssicherheit essenziell für den täglichen Betrieb und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Insbesondere in der Anlagentechnik übernehmen Fachkräfte Verantwortung für den störungsfreien und sicheren Betrieb komplexer Systeme. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Energie- und Umweltmanagement zunehmend an Bedeutung, um wirtschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig geltende Umweltstandards einzuhalten. Der Brandschutz in Energieanlagen ist unverzichtbar, um Schäden zu vermeiden und die Betriebssicherheit zu gewährleisten, während die Arbeitssicherheit den Schutz der Mitarbeitenden im Anlagenbetrieb sicherstellt.
Die TÜV Akademie unterstützt Unternehmen der Energiebranche dabei, ihr Personal gezielt zu qualifizieren. Mit einem umfassenden Weiterbildungsangebot bereiten wir Ihre Mitarbeitenden praxisnah auf die täglichen Herausforderungen im Energiesektor vor und helfen Ihnen, rechtliche Vorgaben sicher einzuhalten.
Elektrotechnik
Das Betreiben, Bedienen und Arbeiten an elektrischen Anlagen kann mit Gefahren verbunden sein. Zur Gefährdungsvermeidung gehört es zu den Grundpflichten eines Unternehmers, Personen zu schulen, denen die Schaltberechtigung erteilt werden soll.
Gemäß DGUV V 3 und der TRBS 1201 "Prüfung von Arbeitsmitteln" ist der Unternehmer für das Prüfen der elektrischen Anlagen, Betriebsmittel und Arbeitsmittel verantwortlich.
Gemäß DGUV V 3 und der DIN VDE 0105, DIN VDE 0100 Teil 600 ist der Unternehmer für das regelmäßige Prüfen der elektrotechnischen Anlagen verantwortlich.
Die DGUV V 3 schreibt vor, dass elektrotechnische Arbeiten nur von Elektrofachkräften (EFK) oder unter deren Anleitung und Aufsicht verrichtet werden dürfen.
In der betrieblichen Praxis sind die Geschäftsführer/Unternehmer oftmals selbst keine Elektrofachkräfte und können somit die Fachverantwortung in diesem Bereich nicht übernehmen.
Im Lehrgang erlangen die Teilnehmer die notwendigen Kenntnisse, um sicher definierte Aufgaben an oder in der Nähe von elektrischen Arbeitsmitteln auszuführen. Es werden Gefahren des elektrischen Stromes, nötige Schutzmaßnahmen und die möglichen Aufgaben besprochen, die unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft übernommen werden können.
Aufgabe der Elektrofachkraft (EFK) ist es, dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Einrichtungen sicher betrieben werden. Dazu gehören der störungsfreie Betrieb sowie die Sicherheit des Bedienpersonals.
Der Lehrgang informiert die Teilnehmer über sicherheitstechnische und organisatorische Maßnahmen sowie Anforderungen an Ausrüstung und Qualifikation, die notwendig sind, um Arbeiten an elektrischen Anlagen unter Spannung ausführen zu dürfen.
Umweltmanagement
Der behördlich nach Anhang II der 5. BImSchV anerkannte Lehrgang vermittelt das notwendige Fachwissen, um als Immissionsschutzbeauftragter rechtskonform agieren zu können. Daneben werden wichtige technisch-wissenschaftliche Hintergründe zum Immissionsschutz vermittelt.
Umweltschutzbeauftragte fungieren als Schlüsselpersonen. Sie koordinieren die gesamten Umweltschutzaktivitäten im Betrieb und setzen neue Impulse.
Die Teilnehmer lernen im Kurs die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 kennen und erhalten Erläuterungen, wie sich umweltbezogene Prozesse gestalten, überwachen und verbessern lassen.
Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) regelt den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen und definiert die wassergefährdenden Stoffe.
Durch die AbfBeauftrV wurde der Kreis der Unternehmen, die einen Abfallbeauftragten bestellen müssen, erweitert.
Dieser Lehrgang dient gemäß § 9 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 EfbV dem Erwerb der dazu notwendigen Fachkunde.
Energiemanagement
Eine wichtige Funktion bei Einführung und Aufrechterhaltung eines EnMS kommt dem Energiemanagementbeauftragten zu: Er unterstützt den Energiemanager bei anfallenden organisatorischen sowie administrativen Aufgaben und ist für die praktische Umsetzung und Überwachung der Arbeiten zuständig.
Energiekosten sind ein elementarer Faktor in der Ausgabenstruktur von Unternehmen. Ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 schafft den Rahmen, um den Energieverbrauch und die Kosten erheblich zu reduzieren.
Arbeitssicherheit
In diesem Grundlehrgang erhalten die Teilnehmer die Befähigung, PSA unter Einhaltung rechtlicher Bestimmungen und situationsgerechter Auswahl zur Anwendung zu bringen. Zusätzlich werden sie qualifiziert, Rettungsmaßnahmen eigenständig durchzuführen.
In der Betriebssicherheitsverordnung wird dem Unternehmer weitergehende Verantwortlichkeit übertragen, um Gefährdungen durch Explosionen oder Brände auszuschließen.
Auf Basis der DGUV I 208-016 und der TRBS 1203 bildet dieser Lehrgang zur befähigten Person zur Prüfung von Leitern und Tritten aus. Die Teilnehmer erlangen die notwendigen Kenntnisse, um diese Arbeitsmittel auf ihren sicheren Zustand überprüfen zu können.
Brandschutz
Brandschutzbeauftragte sind im Rahmen der ihnen übertragenen Pflichten für den Brandschutz im Unternehmen verantwortlich.
Die Teilnehmer werden mit den baurechtlichen Vorschriften bei der Errichtung von elektrischen Anlagen hinsichtlich des Brandschutzes nach den Sonderrichtlinien vertraut gemacht.
Anlagentechnik
Die Teilnehmer werden befähigt, eine Anlage (Großwasserraumkessel, Schnelldampferzeuger mit Erdgas- bzw. Heizöl-EL-Feuerung) nach sicherheitstechnischen, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Aspekten zu betreiben.
Das Seminar vermittelt den Teilnehmern die dazu erforderlichen Gesetzeskenntnisse, einen Überblick über die Technischen Regeln und praktischen Verfahrensweisen für die künftige Tätigkeit als befähigte Person.
Der Workshop gibt den für die Erstellung der GBU Verantwortlichen wertvolle Hinweise, wie sie die Anforderungen der TRBS 1115 - 1 in die GBU integrieren und dokumentieren. Eine Fragerunde ermöglicht die Klärung von Unklarheiten.
Informationssicherheit und Künstliche Intelligenz
Der Ausfall oder die Beeinträchtigung kritischer Infrastrukturen und Prozesse kann zu nachhaltig wirkenden Versorgungsengpässen, erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit oder anderen dramatischen Folgen für das Gemeinwesen führen.
Im Seminar erwerben die Teilnehmer notwendiges Wissen für die Erfüllung dieser umfangreichen Aufgaben. Es werden die Vorgehensweise nach ISO 27001 sowie die Elemente eines erfolgreichen ISMS erläutert. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer wichtige Hinweise zum IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Informationen zu erforderlichen Maßnahmen für die Sicherheit in verschiedenen Ebenen der IT-Infrastruktur sowie zur entsprechenden Dokumentation bilden einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt des Seminars. Die Besprechung von Beispielen aus der Praxis und Diskussionen zu Lösungsmöglichkeiten häufiger Problemstellungen unterstützen die Teilnehmer bei der Übertragung des neuen Wissens in den Arbeitsalltag.
Im Seminar vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen zu den aktuellen Standards sowie zu personellen und strategischen Ansatzpunkten der Informationssicherheit. Neben Kriterien für ein zuverlässiges ISMS werden auch Punkte zur Kontrolle der Umsetzung beleuchtet. Die Teilnehmer erlangen Kenntnisse, um als Informationssicherheitsmanager taktische und operative Entscheidungen zu treffen, entsprechende Prozesse zu steuern und auch zu verbessern. Sie erhalten wertvolle Hinweise, wie ein ISMS in bereits bestehende Managementsysteme integriert und zur Zertifizierungsreife geführt werden kann. Betrachtungen zum Risikomanagement und zur Sensibilisierung der Belegschaft runden das Seminar ab.
Die Veranstaltung bietet branchen- sowie betriebsgrößenunabhängig wertvolle Einblicke in die Gegenwart und Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine sowohl im Bürobereich als auch bei technik-technologiegetriebenen Herausforderungen.